Das Thema Erdwärme Pinneberg ist für viele Hausbesitzer zunächst ein Buch mit sieben Siegeln. Während die Technik selbst (Wärmepumpe + Sonde) klar ist, scheitern viele Projekte in der Kreisstadt nicht am Budget, sondern an der Geografie: Pinneberg liegt in sensiblen Trinkwasserschutzgebieten.
Bedeutet das das Aus für die Geothermie? Nicht unbedingt. Aber wer in Pinneberg (oder Rellingen/Schenefeld) bohren will, muss strengere Auflagen erfüllen als anderswo. Dieser Ratgeber führt Sie sicher durch den “Genehmigungs-Dschungel” der Unteren Wasserbehörde und zeigt, wie Ihr Projekt Erdwärme Pinneberg 2026 trotzdem gelingt.
Inhaltsverzeichnis
Rote Zone: Darf ich für Erdwärme Pinneberg überall bohren?
Bevor Sie eine Firma beauftragen, müssen Sie einen Blick auf die Karte werfen. Der Kreis Pinneberg ist dicht besiedelt und unser Grundwasser ist heilig. Es gibt drei Schutzzonen, die massiven Einfluss auf die Erdwärme Pinneberg Planung haben:
- Zone I (Fassungsbereich): Hier stehen die Brunnen der Wasserwerke. Bohren ist absolut verboten.
- Zone II (Engere Schutzzone): Auch hier ist die Tiefenbohrung meist untersagt, da Bakterien oder Schadstoffe zu schnell ins Trinkwasser gelangen könnten.
- Zone III (Weitere Schutzzone): Hier ist Bohren oft erlaubt, aber genehmigungspflichtig und mit Auflagen verbunden (z.B. nur mit reinem Wasser spülen, spezielle Verpressung).
Ob Ihr Grundstück betroffen ist, erfahren Sie im Geoportal Schleswig-Holstein oder direkt beim Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg.
Der Weg zur Genehmigung: Untere Wasserbehörde
Anders als bei einer Luftwärmepumpe (die Sie einfach aufstellen können), ist die Erdwärmesonde ein Eingriff in den Untergrund. In Pinneberg läuft nichts ohne die “Wasserrechtliche Erlaubnis”.
Wichtig für Ihren Zeitplan: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Planen Sie 2026 mindestens 8 bis 12 Wochen Vorlaufzeit für den Antrag ein. Beauftragen Sie unbedingt ein Bohrunternehmen, das nach DVGW W 120-2 zertifiziert ist. Die Behörde in Pinneberg lehnt Anträge von nicht-zertifizierten Firmen rigoros ab.
Schritt-für-Schritt: So läuft die Bohrung ab
Wenn die Genehmigung da ist, geht es an die Umsetzung. Ein typisches Projekt für Erdwärme Pinneberg läuft in drei Phasen ab:
- Die Bohrung: Ein kompaktes Bohrgerät (passt meist durch die Garageneinfahrt) bohrt ca. 80 bis 120 Meter tief. Dabei wird der Boden ständig “gespült”, um das Bohrloch stabil zu halten.
- Der Sondeneinbau: Die Doppel-U-Sonde aus Kunststoff wird eingelassen. Wichtig: In Pinneberg muss der Hohlraum (“Ringraum”) extrem sorgfältig mit einer Suspension verpresst werden, damit sich keine Grundwasserleiter vermischen (“hydraulischer Kurzschluss”).
- Der Anschluss: Zwei Rohre schauen nun aus dem Boden. Sie werden in einem Graben ins Haus geführt und dort an die Wärmepumpe angeschlossen. Danach sieht man im Garten: Nichts mehr.
Plan B: Flächenkollektoren & Körbe
Was tun, wenn die Behörde “Nein” zur Tiefenbohrung sagt? Das Projekt Erdwärme Pinneberg ist damit nicht gestorben. Sie müssen nur in die Breite statt in die Tiefe gehen.
Die Alternativen:
- Flächenkollektoren: Wie eine Fußbodenheizung werden Rohre ca. 1,50 Meter tief im Garten vergraben. Vorteil: Genehmigung ist viel einfacher, da man nicht ins tiefe Grundwasser vorstößt. Nachteil: Sie brauchen viel Platz (Gartenfläche ca. 1,5-mal so groß wie die Wohnfläche).
- Ringgrabenkollektor: Eine sehr effiziente Sonderform, die weniger Platz braucht und oft in Eigenleistung (mit Bagger) verlegt werden kann.
Kosten-Tabelle: Mit Auflagen rechnen
Die strengen Auflagen in Pinneberg können die Kosten leicht treiben (z.B. durch teurere Verpress-Materialien oder hydrologische Gutachten). Hier eine realistische Schätzung:
| Position | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Bohrung (100m) inkl. Genehmigungs-Service | 15.000 € – 20.000 € |
| Erdwärmepumpe (Gerät + Installation) | 14.000 € – 18.000 € |
| Anschluss & Erdarbeiten | 3.000 € – 5.000 € |
| GESAMT (vor Förderung) | 32.000 € – 43.000 € |
Vergessen Sie nicht die BEG-Förderung! Wer eine alte Öl- oder Gasheizung austauscht, bekommt bis zu 70 % der Kosten erstattet. Damit wird die Erdwärme oft günstiger als eine neue Gasheizung.
📍 Geologie-Check in der Nachbarschaft
Sehen Sie hier, wie unterschiedlich die Bedingungen im Kreis Pinneberg sind:
Häufige Fragen zu Erdwärme Pinneberg
Darf ich in Pinneberg-Quellental bohren?
Quellental liegt nahe an der Pinnau und hat teils hohen Grundwasserstand. Hier ist eine Einzelfallprüfung nötig. Oft sind Sonden für Erdwärme Pinneberg erlaubt, aber die Bohrtiefe wird begrenzt (z.B. auf 80 Meter), um tiefere Grundwasserleiter nicht zu verletzen.
Was kostet die Genehmigung?
Die Gebühren der Unteren Wasserbehörde im Kreis Pinneberg liegen meist zwischen 100 € und 300 €, je nach Aufwand der Prüfung. Hinzu kommen Kosten für die geologische Anmeldung beim LLUR (Landesamt).
Ist Erdwärme besser als Luftwärmepumpe?
In Pinneberg ja. Da wir hier oft dichte Bebauung haben, stören die Außeneinheiten von Luftwärmepumpen oft die Nachbarn (Lärm). Eine Erdwärmesonde ist lautlos, unsichtbar und im Winter effizienter.
Fazit: Erst prüfen, dann bohren
Eine Erdwärme Pinneberg Anlage ist eine Investition für Generationen. Lassen Sie sich von den Auflagen nicht abschrecken – sie dienen dem Schutz unseres Trinkwassers. Mit einem erfahrenen, zertifizierten Partner an der Seite ist die Genehmigung meist Formsache. Prüfen Sie aber frühzeitig, ob Ihr Haus in der “Roten Zone” liegt.
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