Maler/Malerinnen und Lackierer/Lackiererinnen sind die Experten für Oberflächenschutz, Ästhetik und Werterhalt im Handwerk Schleswig-Holsteins. Ob exklusiver Innenausbau, energetische Fassadendämmung oder maritimer Korrosionsschutz an Nord- und Ostsee – wer heute diesen Beruf erlernt, schützt Gebäude vor extremen Witterungen und gestaltet die Lebensräume von morgen.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet fundiertes chemisches Materialwissen und technisches Geschick mit echtem kreativen Talent. Es ist ein moderner Hightech-Beruf, bei dem innovative Beschichtungstechniken, Wärmedämm-Verbundsysteme und computergestützte Farbgestaltung Hand in Hand gehen.

Was macht ein/e Maler/in und Lackierer/in wirklich?
Das Berufsbild geht meilenweit über das einfache Rollen von weißer Wandfarbe hinaus. Als Fachkraft bist du der Profi für die perfekte Vorbereitung, Beschichtung und Veredelung von unterschiedlichsten Oberflächen:
- Innenraumgestaltung: Aufbringen von edlen Kreativtechniken (z. B. Spachtel-, Wisch- und Lasurtechniken), Tapezieren hochwertiger Design-Tapeten und Lackieren von Türen und Einbauten.
- Fassadenbeschichtung & -schutz: Reinigen, Grundieren und Beschichten von Außenwänden mit modernen, algenresistenten und witterungsbeständigen Farbsystemen.
- Energetische Gebäudesanierung: Fachgerechtes Planen und Montieren von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) zur Reduzierung von Heizkosten und CO2-Ausstoß.
- Untergrundvorbereitung: Spachteln, Schleifen, Grundieren und Verputzen von Wänden, Decken und Böden sowie das Beheben von Feuchtigkeitsschäden.
- Korrosions- und Bautenschutz: Spezialbeschichtung von Metall- und Betonkonstruktionen, um diese vor Rost, Salzwasser und chemischen Einflüssen zu schützen.
- Denkmalpflege und Rekonstruktion: Restaurieren historischer Fassaden, Nachmischen von historischen Farbtönen und Erhalten alter Bausubstanz.
- Bodenbelagsarbeiten: Verlegen von Teppich-, PVC-, Designböden oder das Aufbringen von strapazierfähigen Epoxidharz-Beschichtungen in Industrieräumen.
- Bedienen moderner Technik: Umgang mit Airless-Spritzgeräten, computergesteuerten Farbmischsystemen und digitalen Lasermessgeräten.
In der Praxis nutzen Malerbetriebe heute modernste Tablets für das digitale Aufmaß und die 3D-Farbberatung direkt beim Kunden vor Ort. Der Beruf hat sich zu einer stark technologiegestützten Gestaltungsdisziplin entwickelt.
Die Ausbildung: 3 Jahre auf dem Weg zum Gesellen
Die Ausbildung verläuft dual. Die praktische Seite erlernst du im Innungsbetrieb auf Baustellen, während die Theorie in der Berufsschule vermittelt wird. Zusätzlich vertiefst du Spezialtechniken in den überbetrieblichen Lehrgängen der Maler- und Lackiererinnungen. Der Ablauf:
Grundlagen der Beschichtung
- Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Gerüstaufbau
- Prüfen und Vorbereiten unterschiedlicher Untergründe
- Grundtechniken des Streichens, Rollens und Spachtelns
- Grundwissen über Farben, Lösemittel und Bindemittel
- Umgang mit Handwerkzeugen und Schleifmaschinen
- Einfache Tapezierarbeiten und Lackierungen
Ausbau der Fachkenntnisse
- Montieren von Dämmstoffen und Armierungsgeweben (WDVS)
- Anwenden von Spritzverfahren (z. B. Airless-Technik)
- Durchführen von komplexen Tapezier- und Klebearbeiten
- Gestalten mit Schriften, Farben, Kontrasten und Formen
- Schutz- und Spezialbeschichtungen für Holz und Metall
- Ermittlung von Materialbedarf und Flächenberechnungen
Kreativität & Spezialtechniken
- Ausführen von hochwertigen Design- und Effektoberflächen
- Instandsetzung von Fassaden und Bautenschutzmaßnahmen
- Planung und Durchführung kompletter Raumkonzepte
- Kundenberatung und professionelle Farbabstimmung
- Qualitätskontrolle und Beseitigung von Mängeln
- Intensive Vorbereitung auf die Gesellenprüfung
Bei exzellenten Leistungen im Betrieb, mit Fachhochschulreife/Abitur oder einer bereits abgeschlossenen Ausbildung kann die Lehrzeit in Abstimmung mit der Handwerkskammer auf zwei Jahre verkürzt werden.
Vergütung: Das verdienst du während der Ausbildung
Die Ausbildungsvergütung im Maler- und Lackiererhandwerk ist tariflich geregelt und sichert dir eine solide, stufenweise steigende Bezahlung ab dem ersten Arbeitstag:
Tarifliche Werte für das Jahr 2026 (Maler- und Lackiererhandwerk). Abweichungen je nach Betrieb und Tarifbindung möglich.Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung profitierst du vom tariflichen Mindestlohn für Gesellen (Ecklohn liegt im Sommer 2026 bei ca. 19,70 € bis 20,00 € pro Stunde). Je nach Qualifikation, Spezialisierung und Region liegt das reale Gehalt erfahrener Fachkräfte im Norden deutlich höher.
Passt dieser Beruf zu dir?
✅ Du passt gut, wenn du …
- ein ausgeprägtes Gespür für Farben, Formen und Ästhetik hast
- gerne präzise, sauber und detailorientiert arbeitest
- handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand besitzt
- körperlich fit und beweglich bist (häufiges Stehen, Überkopfarbeit)
- keine Angst vor der Arbeit auf Leitern und Gerüsten hast
- Freude am direkten Kontakt und der Beratung von Kunden hast
- gerne im Team auf wechselnden Baustellen aktiv bist
⚠️ Eher weniger geeignet, wenn du …
- eine nachgewiesene Allergie gegen Lösemittel oder Farbdaten hast
- unter einer ausgeprägten Farbfehlsichtigkeit (Rot-Grün-Schwäche) leidest
- unsauber arbeitest und dir Genauigkeit bei Kanten nicht wichtig ist
- den ganzen Tag bewegungslos am Computer verbringen willst
Maler/in und Lackierer/in in Schleswig-Holstein – besonders attraktiv
🌊 SH-Besonderheiten: Was hier anders ist
- Maritimer Korrosions- & Bautenschutz: Durch die extrem salzhaltige Luft und das raue Klima an Nord- und Ostsee sind Holz- und Metallkonstruktionen in SH enormen Belastungen ausgesetzt. Maler im echten Norden werden zu echten Spezialisten für hochbelastbaren Oberflächenschutz ausgebildet.
- Algen- und Feuchtigkeitsschutz an den Küsten: Die hohe Luftfeuchtigkeit in den Küstenregionen erfordert ein tiefes Fachwissen über spezielle Fassadenbeschichtungen, die Gebäude dauerhaft trocken halten und Schimmelbildung verhindern.
- Fassadenrestaurierung im Denkmalschutz: Historische Seebäderarchitektur an der Ostsee oder alte reetgedeckte Reethäuser auf dem Land verlangen nach Meistern und Gesellen, die traditionelle Techniken und Kalkfarbensysteme perfekt beherrschen.
- Energetischer Sanierungsboom: Schleswig-Holstein treibt den Klimaschutz massiv voran. Die Montage von Wärmedämmungen an Altbauten sichert Malerbetrieben in SH eine exzellente Auftragslage über Jahrzehnte.
Wer in Schleswig-Holstein die Ausbildung erfolgreich beendet, tritt in einen Markt mit akutem Fachkräftemangel ein. Gut ausgebildete Maler/innen und Lackierer/innen sind im Norden extrem begehrt – die Betriebe bieten erstklassige Übernahmequoten und krisenfeste Arbeitsplätze direkt vor der Haustür.
Karriere nach der Ausbildung
Gesellenbrief
Ausbildung erfolgreich beendet. Sofortige Übernahme als Geselle im Betrieb mit attraktivem Einstiegslohn.
Spezialisierung
Weiterbildung zum Experten für Wärmedämmung, Kirchenmalerei, Denkmalschutz oder Schimmelbeseitigung.
Malermeister / Vorarbeiter
Erwerb des Meistertitels (DQR-Niveau 6). Berechtigt zum Führen eines eigenen Betriebes und zur Ausbildung von Azubis.
Techniker / Studium
Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Farb- und Lacktechnik oder Bachelor-Studium im Bereich Chemie/Farbe.
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre, Verkürzung bei guten Leistungen oder Abitur problemlos möglich
- Vergütung im 1. Lehrjahr: 900 Euro (tarifgebunden im Malerhandwerk ab August 2026)
- Wichtige Ausbildungsinhalte: Innengestaltung, Fassadenschutz, Wärmedämmung, Bautenschutz, Kreativtechniken
- SH-Besonderheit: Starker Fokus auf maritimen Korrosionsschutz, Küstenklima-Beschichtungen und Denkmalpflege
- Übernahmechancen: Hervorragend (deutlich über 80 Prozent direkte Übernahmequote in SH)
- Gesellengehalt: ab ca. 2.600 bis 2.900 Euro brutto monatlich direkt zum Einstieg nach der Lehre
- Nachhaltigkeit: Hoher Fokus auf ökologische, lösemittelfreie Farben und energetische Gebäudedämmung
Häufige Fragen zur Maler-Ausbildung
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung?
Rechtlich gibt es keine Mindestanforderung. Die meisten Betriebe in Schleswig-Holstein stellen Jugendliche mit einem guten Hauptschulabschluss oder dem Mittleren Schulabschluss (MSA) ein. Das Wichtigste sind Motivation, Pünktlichkeit und ein sauberes Auftreten beim Probearbeiten.
Ist die Arbeit als Maler nicht gesundheitsschädlich wegen der Dämpfe?
Das war einmal. Heute arbeitet das moderne Malerhandwerk fast ausschließlich mit wasserbasierten, lösemittelfreien und umweltschonenden Lacksystemen und Wandfarben. Zudem greifen strenge Arbeitsschutzgesetze und moderne Absauganlagen bzw. Atemschutzmasken bei Schleifarbeiten.
Unterscheidet sich der Beruf stark vom Stuckateur?
Ja, der Maler konzentriert sich primär auf die finalen Beschichtungen, Farben, Lacke und dünnere Wandbeläge. Der Stuckateur hingegen ist für das Verputzen von Rohbauten, das Erstellen von Trockenbauwänden und das Ziehen massiver Stuckprofile zuständig – arbeitet also grobflächiger und konstruktiver.
Wie finde ich eine freie Lehrstelle in Schleswig-Holstein?
Nutze die Online-Lehrstellenbörsen der Handwerkskammer (HWK) Flensburg oder HWK Lübeck. Viele Malerbetriebe rekrutieren ihren Nachwuchs über Kurzpraktika – ein direkter Anruf oder eine kurze E-Mail bei einem Malerfachbetrieb in deiner Region führt daher oft am schnellsten zum Erfolg. Nutze dafür auch das Verzeichnis auf handwerkslotse.de.
Lohnt sich der Meistertitel im Malerhandwerk finanziell?
Ja, absolut. Der Meistertitel ist ein anerkanntes Qualitätssiegel. Da der Bedarf an professionellen Sanierungen, energetischen Dämmungen und modernen Raumkonzepten kontinuierlich steigt, haben gut geführte Malerbetriebe in Schleswig-Holstein hervorragende Ertrags- und Umsatzchancen.
← Zurück zur Übersicht: Alle Ausbildungsberufe im Handwerk
1. Unverbindlichkeit der Informationen: Sämtliche auf dieser Webseite (handwerkslotse.de) bereitgestellten Inhalte, insbesondere zu technischen Spezifikationen und gesetzlichen Vorgaben, dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Da sich gesetzliche Rahmenbedingungen kurzfristig ändern können, übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben.
2. Keine Fachberatung: Die Inhalte stellen keine bautechnische, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die Lektüre dieses Artikels ersetzt keinesfalls eine individuelle Fachplanung durch zertifizierte Energie-Effizienz-Experten oder zugelassene Meisterbetriebe. Jegliche Umsetzung der hier beschriebenen Maßnahmen erfolgt auf eigenes Risiko des Nutzers.
3. Externe Links: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Maßgeblich für technische und rechtliche Vorgaben sind ausschließlich die jeweils aktuellen Veröffentlichungen der zuständigen Stellen.
4. Transparenzhinweis: Die redaktionelle Erstellung dieses Beitrags wurde durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) als Hilfsmittel unterstützt.