Elektrik erneuern im Altbau: Kosten 2026, Zählerschrank & Vorschriften
Wer einen Altbau (Baujahr vor 1990) kauft oder saniert, schaut oft zuerst auf das Dach oder die Heizung. Doch die größte Brandgefahr und der engste Flaschenhals für die Energiewende verstecken sich in der Wand: Die Elektroleitungen.
Spätestens wenn eine Wallbox, eine Photovoltaik-Anlage oder eine Wärmepumpe einziehen soll, machen alte Zählerschränke schlapp. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Kosten Sie 2026 rechnen müssen und warum Bestandsschutz oft ein Irrglaube ist.
Preistabelle 2026: Was kostet die Erneuerung?
Die Kosten hängen stark vom Ausstattungsumfang ab (Standard vs. Smart Home). Rechnen Sie bei einer Komplettsanierung (Wände schlitzen, neue Kabel, Schalter, Steckdosen, Zählerschrank) mit folgenden Richtwerten:
| Maßnahme | Kosten (geschätzt) |
|---|---|
| Neuer Zählerschrank (Nach VDE-AR-N 4100, für PV/Wärmepumpe vorbereitet) | 2.500 – 4.500 € |
Komplettsanierung (pro qm Wohnfläche)
Elektriker für E-Check & Sanierung findenSuchen Sie geprüfte Fachbetriebe, die auch kurzfristig Kapazitäten für eine Bestandsaufnahme haben? Inkl. Material & Lohn | 100 – 160 € / m² |
| E-Check (Bestandsaufnahme) Prüfung & Protokoll ohne Arbeiten | 150 – 300 € |
Beispiel: Für ein 120 m² Einfamilienhaus liegen die Kosten für eine komplette elektrische Kernsanierung oft zwischen 15.000 € und 25.000 €.
Der Zählerschrank: Warum er so teuer (und wichtig) ist
Oft hören Handwerker: “Lassen Sie den Kasten hängen, der geht doch noch.” Das ist meist falsch. Sobald Sie die elektrische Anlage wesentlich ändern (z.B. PV-Anlage oder Wallbox anschließen), erlischt der Bestandsschutz.
Ein neuer Zählerschrank muss 2026 zwingend bieten:
- APZ-Feld: Ein spezieller Platz für das intelligente Messsystem (Smart Meter Gateway).
- Überspannungsschutz: Pflicht seit 2018, schützt Geräte vor Blitzschlag.
- SLS-Schalter: Selektiver Leitungsschutzschalter vor dem Zähler.
Ohne diesen Standard wird kein Netzbetreiber Ihre neue Solaranlage ans Netz lassen.
Fördermittel & Steuerbonus
Reine Elektroarbeiten werden vom BAFA kaum direkt gefördert. Aber es gibt Wege:
- KfW 455-B (Altersgerecht Umbauen): Wenn Sie smarte Steuerungen für Rollläden oder Licht installieren, kann dies bezuschusst werden (sofern Töpfe gefüllt sind).
- Steuerersparnis (§ 35a EStG): Sie können 20 % der Lohnkosten (nicht Material!) von der Steuer absetzen. Bei einer großen Sanierung sind das schnell bis zu 1.200 € pro Jahr (bzw. bis zu 6.000 € gesamt).
- Reduzierte Netzentgelte (§ 14a EnWG): Wer Wärmepumpe und Wallbox steuerbar macht, spart dauerhaft bei den laufenden Stromkosten.
Fazit: Sicherheit vor Schönheit
Neue Fliesen im Bad sieht man sofort – verschmorte Kabel in der Wand erst, wenn es zu spät ist. Eine 40 Jahre alte Elektrik (“Zweiadrig”, “Klassische Nullung”) ist lebensgefährlich und nicht versicherbar.
Wir empfehlen dringend: Starten Sie mit einem E-Check durch einen eingetragenen Meisterbetrieb.