| 🌡️ Praxis-Tipp: Der 55-Grad-Selbsttest Sie müssen kein Ingenieur sein, um eine erste Einschätzung zu bekommen. Machen Sie diesen einfachen Test an einem kalten Wintertag (bei Außentemperaturen um oder unter 0 °C): Gehen Sie zu Ihrer alten Heizung und begrenzen Sie die Vorlauftemperatur auf maximal 55 °C (bei vielen Geräten gibt es dafür einen Drehregler oder ein Menü). Drehen Sie die Thermostate in Ihrem Wohnzimmer komplett auf Stufe 5. Warten Sie einige Stunden ab. Das Ergebnis: Wird Ihr Wohnzimmer trotzdem behaglich warm (ca. 20–21 °C)? ✅ Ja: Herzlichen Glückwunsch! Ihre bestehenden Heizkörper sind groß genug und die Dämmung ist ausreichend. Ihr Haus ist sehr wahrscheinlich „Wärmepumpen-ready“. ❌ Nein: Es wird kühl? Dann muss die Wärmepumpe später härter arbeiten, was mehr Strom kostet. In diesem Fall sollten Sie über den Austausch einzelner Heizkörper oder Dämmmaßnahmen nachdenken. |
Viele Hausbesitzer stehen aktuell vor demselben Dilemma: Die alte Öl- oder Gasheizung muss bald raus, aber für eine Komplettsanierung fehlt das Budget oder die Nerven. Hartnäckig hält sich das Gerücht: „Eine Wärmepumpe lohnt sich nur im gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung.“
Die gute Nachricht vorweg: Das ist technisch längst überholt. Studien (unter anderem vom Fraunhofer-Institut) zeigen, dass Wärmepumpen auch in vielen Bestandsgebäuden effizient arbeiten können – oft ganz ohne aufwendige Fassadendämmung.
In diesem Artikel erfahren Sie, wann Ihr Altbau „Wärmepumpen-ready“ ist, mit welchen Kosten Sie 2025 rechnen müssen und wie Sie staatliche Förderungen optimal nutzen.
Der entscheidende Faktor: Die Vorlauftemperatur
Ob eine Wärmepumpe in Ihrem Haus zum Stromfresser oder zum Sparwunder wird, hängt primär von einer Kennzahl ab: der Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur des Wassers, das vom Heizkessel zu Ihren Heizkörpern fließt.
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn sie das Wasser nicht zu stark erhitzen müssen. Der „Sweetspot“ liegt bei maximal 50 bis 55 Grad Celsius an kalten Wintertagen.
Der Selbst-Test für den Winter: Warten Sie auf einen richtig kalten Tag. Stellen Sie an Ihrer aktuellen Heizung die Vorlauftemperatur auf 55 °C und drehen Sie die Thermostate in den Wohnräumen voll auf. Wird es im Haus trotzdem gemütlich warm? Dann ist Ihr Gebäude sehr wahrscheinlich geeignet für eine Wärmepumpe!
Mythos-Check: Brauche ich zwingend eine Fußbodenheizung?
Nein. Eine Fußbodenheizung ist zwar ideal, weil sie mit sehr niedrigen Temperaturen (ca. 35 °C) auskommt, aber sie ist keine Pflicht.
Viele Altbauten verfügen über große Gussheizkörper oder Rippenheizkörper (Typ 22 oder 33). Diese haben eine große Oberfläche und können die Wärme auch bei niedrigeren Temperaturen gut an den Raum abgeben.
Die Lösung, wenn die alten Heizkörper zu klein sind: Oft reicht es, einzelne Heizkörper gegen moderne Niedertemperatur-Heizkörper auszutauschen. Das ist mit wenigen hundert Euro pro Raum erledigt und erspart Ihnen das Aufreißen des Bodens für eine Fußbodenheizung.
Checkliste: Ist mein Haus geeignet?
Bevor Sie Angebote einholen, prüfen Sie diese drei Punkte. Je mehr Sie mit „Ja“ beantworten, desto besser:
- Fenster: Haben Sie mindestens zweifach verglaste Fenster (meist ab Baujahr 1995 Standard)?
- Dach: Ist die oberste Geschossdecke oder das Dach gedämmt? Hier geht die meiste Wärme verloren.
- Heizlast: Wurde der Raum warm, ohne dass die alte Heizung glühend heiß war?
Sollten Ihre Fenster noch aus Einfachglas bestehen oder undicht sein, empfehlen wir dringend, diese Maßnahme vorzuziehen. (Lesetipp: Erfahren Sie hier mehr über [Link-Platzhalter: Neue Fenster und Verglasung]).
💡 Profi-Tipp: Nicht raten, rechnen lassen!
Jedes Haus ist ein Unikat. Eine pauschale Aussage aus dem Internet ersetzt keine Heizlastberechnung vor Ort. Gehen Sie auf Nummer sicher.
Was tun, wenn das Haus noch nicht bereit ist?
Ihr Haus fällt durch den Raster? Das bedeutet nicht, dass Sie bei Öl und Gas bleiben müssen. Es gibt sinnvolle Zwischenlösungen:
- Die Hybrid-Heizung: Sie behalten Ihre Gastherme für Spitzenlasten an eiskalten Tagen, die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast (ca. 80 % des Jahres).
- Einzelmaßnahmen zur Dämmung: Oft bringt schon die Dämmung der Kellerdecke oder der Heizungsnischen den entscheidenden Vorteil, um die Vorlauftemperatur zu senken. (Mehr dazu in unserem Ratgeber: Kellerdämmung])
Kosten und Förderung 2025: Damit müssen Sie rechnen
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation kostet im Schnitt zwischen 25.000 € und 35.000 €. Erdwärmepumpen sind durch die Bohrung deutlich teurer.
Doch der Staat greift Ihnen unter die Arme. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind 2025 hohe Zuschüsse möglich. Die Förderung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:
- Grundförderung: 30 % für alle.
- Klimageschwindigkeits-Bonus: Wenn Sie eine alte, funktionierende fossile Heizung frühzeitig austauschen.
- Einkommens-Bonus: Für Haushalte mit geringerem zu versteuerndem Einkommen.
Insgesamt ist eine Förderung von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich. Das senkt die reale Investition oft auf das Niveau einer Gasheizung.
Wichtig: Der Förderantrag muss zwingend gestellt werden, bevor Sie den Handwerker fest beauftragen (Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung).
Fazit: Die Wärmepumpe im Altbau ist kein Hexenwerk
Lassen Sie sich nicht von Stammtischparolen verunsichern. Mit der richtigen Planung und oft schon kleinen Anpassungen am Heizsystem ist die Wärmepumpe auch im Altbau die wirtschaftlichste Lösung für die Zukunft.
Der wichtigste Schritt ist jetzt eine professionelle Bestandsaufnahme Ihres Hauses. Vermeiden Sie Planungsfehler, die später zu hohen Stromrechnungen führen.
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