Asbest sicher entsorgen: Rendsburg-Eckernförde & AWR-Höfe beim Dachumbau
Welche Wertstoffhöfe der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) in Borgstedt, Eckernförde, Rendsburg, Altenholz, Hohenwestedt, Nortorf und Osterrönfeld Asbest-Kleinmengen annehmen, warum Bordesholm ausgeschlossen ist und was für Dachsanierung und PV gilt.
Thematische Abbildung: Dient der visuellen Orientierung. Technische Anschluss- und Verlegedetails richten sich zwingend nach den individuellen Herstellervorgaben und der Planung des Fachbetriebs.
Thematische Abbildung: Dient der visuellen Orientierung. Technische Anschluss- und Verlegedetails richten sich zwingend nach den individuellen Herstellervorgaben und der Planung des Fachbetriebs.
Die kurze Antwort: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde nimmt die Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde mbH (AWR) vorschriftsmäßig in zugelassenen Big-Bags verpackte Asbestzement-Kleinmengen am Zentralstandort Borgstedt, in Eckernförde und Rendsburg sowie nach AWR-Vorgabe auf den Wertstoffhöfen Altenholz, Hohenwestedt, Nortorf und Osterrönfeld an (bargeldlose Zahlung, Personalausweis des Kreises). Am AWR-Wertstoffhof Bordesholm sowie an kleineren Sammelstellen in Gettorf, Schacht-Audorf oder Fockbek wird hingegen kein Asbestzement angenommen. Auf bestehenden Asbestdächern ist zudem jede Montage oder Aufständerung von Photovoltaikanlagen gesetzlich verboten.
Ob Siedlungshäuser in Rendsburg, Büdelsdorf und Kronshagen, Ferien- und Wohnhäuser an der Eckernförder Bucht oder Hofanlagen und Garagen rund um Nortorf, Hohenwestedt und Bordesholm: Bei Dach- und Fassadenarbeiten an Gebäuden bis Anfang der 1990er-Jahre treffen Eigentümer regelmäßig auf asbestverdächtige Faserzementplatten und alte Mineralfaserdämmstoffe.
1. Asbestzement & alte Mineralwolle im Gebäudebestand von Rendsburg-Eckernförde
Vor dem Beginn einer Dach- oder Giebelsanierung an älteren Bestandsbauten müssen zwei geregelte Baustofffraktionen klar voneinander abgegrenzt werden:
- Asbestzement (Herstellungs- und Verwendungsverbot ab Ende 1993): Typisch sind graue Wellplatten auf Haus-, Schuppen- und Garagendächern, kleinformatige Dach- und Fassadenschindeln sowie Lüftungsrohre. Da asbesthaltige Platten bis Ende 1993 verbaut wurden (während asbestfreie Platten ab Ende der 1980er-Jahre häufig einen Stempel wie AF oder NT tragen), schafft bei fehlender Kennzeichnung nur eine Laboranalyse einer Materialprobe rechtssichere Gewissheit.
- Alte Mineralwolle / Künstliche Mineralfasern (KMF – Stichtag Juni 2000): Alte Glas- und Steinwolle vor dem bundesweiten Verbot biopersistenter Mineralfasern im Juni 2000 (erste biolösliche Produkte mit RAL-Gütezeichen kamen ab 1996 auf den Markt) setzt beim Ausbau lungengängige Fasern frei. Bei der AWR darf alte Dämmwolle niemals in normalen Müllsäcken abgegeben werden, sondern muss staubdicht in zugelassenen Mineralfasersäcken verpackt sein.
Wer annimmt, ein bemoostes Wellplattendach vor einer Beschichtung mit dem Hochdruckreiniger abspritzen oder mit harten Bürsten reinigen zu dürfen, verstößt gegen die Gefahrstoffverordnung: Jedes Abstrahlen, Abbürsten, Schleifen, Bohren oder Zerschlagen von Asbestzement setzt hochgefährliche Fasern frei und verseucht das Grundstück.
2. Übersicht: AWR-Wertstoffhöfe im Kreis Rendsburg-Eckernförde (Annahme vs. Ausschluss)
Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde mbH (AWR) unterscheidet bei ihren Standorten strikt zwischen Wertstoffhöfen mit Asbest-Kleinmengenannahme und Standorten ohne Gefahrstoffannahme. Ein wichtiger Hinweis für den Osten des Kreises: Am AWR-Wertstoffhof in Bordesholm sowie an kleineren Sammelstellen in Gettorf, Schacht-Audorf oder Fockbek wird kein Asbestzement angenommen:
| AWR-Standort / Einrichtung | Adresse im Kreis Rendsburg-Eckernförde | Asbestzement- & KMF-Annahme | Verpackungs- & Abwicklungsvorgaben der AWR |
|---|---|---|---|
| AWR-Wertstoffhof Borgstedt (Zentralstandort) | Borgstedtfelde 15, 24794 Borgstedt | Ja (Zentralstandort) | Staubdicht verschlossen in speziellen AWR-Asbest-Big-Bags bzw. KMF-Säcken; Personalausweis des Kreises & bargeldlose Zahlung. |
| AWR-Wertstoffhof Eckernförde | Goldammerweg 14, 24340 Eckernförde | Ja (verpackte Kleinmengen) | Big-Bag-Ausgabe & Kleinmengenannahme nach AWR-Vorgabe; unzerkleinert und staubdicht verpackt, EC-/Kreditkartenzahlung. |
| AWR-Wertstoffhof Rendsburg | Am Eiland, 24768 Rendsburg | Ja (Schwerpunktannahme & Big-Bag-Ausgabe) | Ausschließlich in offiziellen Big-Bags staubdicht verschlossen; keine Annahme offener Ladungen oder einfacher Baufolien. |
| AWR-Wertstoffhöfe Altenholz, Hohenwestedt, Nortorf & Osterrönfeld | Jeweilige AWR-Wertstoffhöfe im Kreisgebiet | Ja (Kleinmengen nach AWR-Vorgabe) | Vorschriftsmäßig in zugelassenen Big-Bags verpackte Kleinmengen aus dem Kreisgebiet; bargeldlose Zahlung Pflicht. |
| AWR-Wertstoffhof Bordesholm | Neuer Haidkrug 10, 24582 Bordesholm | Nein (Keine Asbest-Annahme) | Am Standort Bordesholm wird kein Asbestzement angenommen (Ausweichen auf Nortorf, Borgstedt oder Osterrönfeld). |
| Lokale Sammelstellen in Gettorf, Schacht-Audorf & Fockbek | Regionale Grün-/Sammelstellen | Nein (Strikt ausgeschlossen) | Keinerlei Annahme von Asbestzement oder KMF-Dämmwolle (Nutzung der zugelassenen AWR-Schwerpunkthöfe). |
Auf allen zugelassenen AWR-Wertstoffhöfen gilt: Die Anlieferung ist ausschließlich Bürgern und Berechtigten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde (Nachweis per Personalausweis) gestattet, und die Gebührenzahlung erfolgt bargeldlos per EC- oder Kreditkarte. Einfache Kunststoffsäcke, normale Müllsäcke oder lose auf dem Anhänger liegende Platten werden strikt abgewiesen.
3. Privatanlieferung vs. Komplettdach: Gefahrstoffverordnung & AWR-Kundenservice
Dass die AWR verpackte Kleinmengen auf ihren Schwerpunkt-Wertstoffhöfen entgegennimmt, bedeutet keinesfalls, dass Privatpersonen ganze Haus- oder Garagendächer selbst abdecken sollten. Auch für private Bauherren gelten die Verbote der Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regeln für Gefahrstoffe zu Asbest: Jedes Brechen, Sägen, Abwerfen oder ungeschützte Ausbauen von Faserzementplatten ist unzulässig.
Bei Bestandsaufnahmen durch Fachbetriebe zeigt sich regelmäßig, dass bei kompletten Dachflächen die Beauftragung eines sachkundigen Dachdecker- oder Sanierungsbetriebs sowie die vorherige Abstimmung mit dem AWR-Kundenservice für die Container- und Big-Bag-Logistik der einzig sichere Weg ist.
Faserarmer Rückbau
- Fristgerechte Anzeige der Sanierungsarbeiten bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde
- Einsatz von Faserbindemittel und Benetzen verwitterter Platten vor dem Lösen der Befestigungen
- Zerstörungsfreies Abheben ganzer Platten ohne Brechen, Schleifen oder Abwerfen
- Absaugen der Dachlattung und Sparrenfelder mit zugelassenen Industriestaubsaugern der Staubklasse H
Big-Bags & Nachweise
- Staubdichtes Verpacken der Platten in bauartzugelassenen Asbest-Big-Bags mit Warndruck direkt am Ausbauort
- Getrennte Verpackung alter Mineralwolle (vor Juni 2000) in speziellen, reißfesten Mineralfasersäcken
- Bei größeren Sanierungsmengen direkte Abstimmung der Containergestellung mit Fachbetrieb und AWR
- Rechtssichere Dokumentation durch Wiegebelege und Übernahmescheine im Nachweisverfahren
4. Photovoltaik auf Asbestzement: Warum Überdecken und Aufständern verboten sind
Viele Hausbesitzer im Kreis Rendsburg-Eckernförde möchten Dachflächen von Wohnhäusern, Nebengebäuden oder Garagen für eine Photovoltaikanlage nutzen. Besteht die vorhandene Eindeckung noch aus asbesthaltigen Wellplatten oder Schindeln, greift ein ausdrückliches gesetzliches Verbot.
In der handwerklichen Praxis zeigt sich immer wieder, dass nach der Gefahrstoffverordnung nicht nur das Durchbohren der Platten für Stockschrauben untersagt ist, sondern auch das Überdecken, Überbauen und Aufständern von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen auf bestehenden Asbestdächern. Bevor eine Solaranlage installiert werden darf, muss die asbesthaltige Dacheindeckung vollständig abgetragen und durch eine asbestfreie Neueindeckung ersetzt werden.
5. Energetischer Dachneuaufbau: Luftdichtheit, Dämmung & Küsten-Windsogsicherung
Nach dem fachgerechten Rückbau der alten Faserzementplatten und einer vorhandenen Altdämmung liegen die Dachsparren von außen frei. Dies ermöglicht den Einbau einer leistungsfähigen Zwischen- oder Aufsparrendämmung, ohne dass die Innenverkleidung im Dachgeschoss abgerissen werden muss.
Aus typischen Bauschadensmustern geht hervor, dass Feuchteschäden im neu gedämmten Steildach vor allem dann auftreten, wenn feuchtwarme Raumluft durch unverklebte Folienstöße in die Dämmebene strömt. Eine von außen verlegte, feuchtevariable Dampfbremse muss daher an allen Überlappungen, Traufen und Giebelwänden dauerhaft luftdicht angeschlossen und mit einer diffusionsoffenen Unterdeckbahn kombiniert werden. Zudem unterliegt der Kreis Rendsburg-Eckernförde – insbesondere an der Eckernförder Bucht, in Schwansen und im Dänischen Wohld sowie entlang der offenen Geest – hohen Windlasten: Der Dachdeckerbetrieb berechnet die erforderliche Sturmverklammerung der neuen Dachziegel bzw. die Verschraubungsdichte von Profilblechen konkret nach Standort, Geländekategorie und Gebäudehöhe.
6. Weitere Sanierungsratgeber für den Kreis Rendsburg-Eckernförde
Vertiefende Informationen zu den angrenzenden Gewerken und den lokalen Infrastrukturvorgaben im Kreis Rendsburg-Eckernförde finden Sie in den zugehörigen Ratgebern:
🗺️ Sanierungsfahrplan Schleswig-Holstein
Der zentrale Hauptleitfaden für Schleswig-Holstein: Alle 6 Sanierungsphasen, Förderlogik, Küstenschutz und die sinnvolle Reihenfolge der Gewerke.
🏠 Gebäudedämmung planen
Überregionaler Hauptleitfaden zu Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Taupunkt und Luftdichtheitskonzepten.
🔥 Wärmeplanung & Wärmepumpe
Kommunale Wärmepläne in Rendsburg, Büdelsdorf, Eckernförde, Kronshagen und Bordesholm sowie kleinere Wärmepumpen durch Dachdämmung.
⏳ Ratgeber folgt in Kürze
💧 Wasserhärte & Kalkschutz
Trinkwasserwerte von 10,5 bis 17,0 °dH im Kreis Rendsburg-Eckernförde und Schutz der Warmwasserbereitung.
⏳ Ratgeber folgt in Kürze
- Ungekennzeichnete Faserzementplatten (Baujahre bis Ende 1993) vor Arbeitsbeginn per Materialprobe auf Asbest prüfen lassen
- Alte Mineralwolle (Einbau vor Juni 2000 ohne Unbedenklichkeitsnachweis) niemals in normalen Müllsäcken, sondern nur in zugelassenen Mineralfasersäcken verpacken
- Hochdruckreinigen, Abbürsten, Anbohren oder Überbauen von Asbestdächern mit Photovoltaik strikt unterlassen
- Verpackte Kleinmengen nur an den zugelassenen AWR-Wertstoffhöfen (Borgstedt, Eckernförde, Rendsburg sowie Altenholz, Hohenwestedt, Nortorf, Osterrönfeld) mit Personalausweis und EC-/Kreditkarte anliefern – niemals nach Bordesholm, Gettorf, Schacht-Audorf oder Fockbek fahren
- Rückbau kompletter Dächer, Containerlogistik sowie den wärmegedämmten und sturmsicheren Dachneuaufbau an einen sachkundigen Fachbetrieb übergeben
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)Offizielle Informationen zu den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (Asbest und Faserstäube) sowie zu Tätigkeitsbeschränkungen.
Umweltbundesamt (UBA)Fachinformationen zum Erkennen, Bewerten und sicheren Entsorgen von Asbest und älteren künstlichen Mineralfasern (KMF) im Gebäudebestand.
7. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Asbestentsorgung in Rendsburg-Eckernförde
Welche AWR-Wertstoffhöfe nehmen Asbestzement an – und warum Bordesholm nicht?
Die AWR nimmt vorschriftsmäßig in speziellen Asbest-Big-Bags verpackte Kleinmengen am Zentralstandort Borgstedt (Borgstedtfelde 15), in Eckernförde (Goldammerweg 14) und Rendsburg (Am Eiland) sowie nach AWR-Vorgabe auf den Höfen Altenholz, Hohenwestedt, Nortorf und Osterrönfeld an. Am AWR-Wertstoffhof Bordesholm (Neuer Haidkrug 10) sowie an kleineren Sammelstellen in Gettorf, Schacht-Audorf oder Fockbek ist die Annahme von Asbestzement hingegen ausgeschlossen.
Welche Regeln gelten bei der AWR für Verpackung und Bezahlung?
Asbestzement darf ausschließlich staubdicht verschlossen in speziellen, zugelassenen Asbest-Big-Bags (und alte Mineralwolle vor Juni 2000 in speziellen Mineralfasersäcken) angeliefert werden, die auf den AWR-Schwerpunkthöfen erhältlich sind. Einfache Müllsäcke, Baufolien oder offene Ladungen werden abgewiesen. Zudem ist ein Herkunftsnachweis aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde (Personalausweis) erforderlich, und auf den AWR-Höfen gilt bargeldlose Zahlung per EC- oder Kreditkarte.
Darf eine Photovoltaikanlage ohne Bohren auf einem bestehenden Wellasbestdach montiert werden?
Nein. Nach der Gefahrstoffverordnung sind neben Abbruch- und Bohrarbeiten ohne Schutzmaßnahmen ausdrücklich auch das Überdecken, Überbauen und Aufständern von Photovoltaikanlagen auf bestehenden Asbestzementdächern verboten. Das Asbestdach muss vor der PV-Montage vollständig durch einen sachkundigen Fachbetrieb abgetragen und neu eingedeckt werden.
Fazit: Rechtssichere Schadstoffentsorgung als Fundament für ein gedämmtes Solardach
Wer im Kreis Rendsburg-Eckernförde die zugelassenen AWR-Standorte wie Borgstedt, Eckernförde und Rendsburg vom ausgeschlossenen Hof Bordesholm unterscheidet und die strikte Big-Bag-Pflicht beachtet, vermeidet unnötige Fahrten und gefährliche Faserfreisetzungen. Für komplette Haus- und Garagendächer empfiehlt sich die Beauftragung eines sachkundigen Dachdeckerbetriebs vor Ort, der Rückbau, Wärmedämmung und PV-Vorbereitung aus einer Hand umsetzt.
Im Sanierungsfahrplan Schleswig-Holstein lesen Sie, wie sich Dachsanierung, Photovoltaik und Heizungstausch optimal aufeinander abstimmen lassen.
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