Versickerung Kreis Plön: Lehmboden & Pflasterbau

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📅 Oktober 2026 • 📚 Ratgeber • 🏷️ AUSSENANLAGEN & TIEFBAU

Versickerung Kreis Plön: Geschiebemergel, Seen & frostsichere Einfahrten

Wie Sie Hofeinfahrten und Terrassen auf dem bindigen Ostholsteiner Geschiebemergel und an den Hanglagen der Plöner Seenplatte frostsicher pflastern und welche Abwassersatzungen in Plön, Preetz, Schwentinental und der Probstei gelten.

🚜 Bindiger Geschiebemergel & Hanglagen
🌧️ Stadtwerke Plön, AZV Preetz & Schwentinental
🧱 Drainfugenpflaster & Rigolenpuffer
🛡️ Schutz für den Klinkersockel

Versickerung im Kreis Plön: Fachgerecht gepflasterte Einfahrt mit Splittfugen und Entwässerungsrinne auf bindigem LehmbodenThematische Abbildung: Dient der visuellen Orientierung. Technische Anschluss- und Verlegedetails richten sich zwingend nach den individuellen Herstellervorgaben und der Planung des Fachbetriebs.
Thematische Abbildung: Dient der visuellen Orientierung. Technische Anschluss- und Verlegedetails richten sich zwingend nach den individuellen Herstellervorgaben und der Planung des Fachbetriebs.

💡 Auf den Punkt gebracht

Die kurze Antwort: Im Kreis Plön prägen eiszeitlicher, wasserstauender Geschiebemergel und Geschiebelehm sowie kuppige Endmoränen-Hanglagen rund um die Plöner Seenplatte und die Kieler Förde den Baugrund. Gleichzeitig erheben die Stadtwerke Plön AöR, der Abwasserzweckverband Preetz (AZV Preetz), die Stadtwerke Schwentinental sowie die Küsten- und Amtsgemeinden getrennte, quadratmetergenaue Niederschlagswassergebühren für versiegelte Flächen mit Kanalanschluss (beim AZV Preetz wird zertifiziertes Sickerpflaster beispielsweise nur zur Hälfte veranlagt, bei vollständiger Eigenversickerung entfällt die Gebühr). Damit Sickerpflaster auf dem dichten Lehmboden nicht auffriert, sind ein Geotextil-Trennvlies, 2,5 % Gefälle im Erdplanum und eine kapillarbrechende Schottertragschicht mit Rigolenpuffer zwingend erforderlich.

Ob am Steilufer der Kieler Förde in Heikendorf und Mönkeberg, auf den Moränenhängen rund um den Großen Plöner See und Lütjenburg oder in den Siedlungen von Preetz, Schwentinental und Schönberg: Wer im Kreis Plön eine Hofeinfahrt oder Terrasse neu anlegt, muss den schweren, lehmigen Baugrund und das abfließende Schichtwasser von Beginn an einplanen.

1. Drei Baugrund-Zonen im Kreis Plön: Jungmoräne, Seen-Hanglagen & Probstei-Küste

Der Landkreis Plön liegt vollständig im Ostholsteinischen Hügelland (Jungmoräne). Anders als auf der sandigen Geest in der Landesmitte trifft der Tiefbauer hier fast überall auf bindige, feinkörnige Böden:

  • Ostholsteinisches Hügelland (Preetz, Schwentinental, Wankendorf, Lütjenburg): Der Untergrund besteht überwiegend aus dicht gelagertem, kalkhaltigem Geschiebemergel und Geschiebelehm. Dieser Boden besitzt eine sehr geringe Wasserdurchlässigkeit. Nach längeren Herbst- und Winterregen staut sich das Oberflächenwasser auf der Lehmschicht an, statt zügig nach unten wegzusickern.
  • Kuppige Seenplatte & Endmoränen-Hänge (Plön, Ascheberg, Bösdorf, Dersau, Grebin): Rund um den Großen Plöner See, den Behler See und die Schwentine wechseln sich steile Moränenhänge mit torfigen Uferniederungen ab. Auf Hanggrundstücken drückt bei Starkregen schichtgebundenes Hangwasser in Richtung Hauswand und Einfahrt.
  • Probstei & Kieler-Förde-Küste (Schönberg, Laboe, Stein, Heikendorf, Mönkeberg): Entlang der Küste trifft bindiger Küsten-Geschiebemergel in den flachen Niederungen hinter den Deichen und Strandwällen (etwa bei Schönberg-Strand, Kalifornien und Stein) auf hoch anstehendes Grundwasser.

Wer auf diesem bindigen Lehmboden glaubt, das bloße Verlegen von sickerfähigen Ökopflastersteinen auf einem dünnen Sand- oder Mineralgemischbett genüge für eine trockene Einfahrt, tappt in die klassische „Badewannen-Falle“: Das Wasser läuft zwar schnell durch die Pflasterfugen, staut sich aber wenige Zentimeter tiefer auf dem undurchlässigen Lehm, weicht das Planum auf und führt im ersten Frostwinter zu massiven Hebungen und Spurrillen.

2. Übersicht: Städte, Abwasserverbände & Niederschlagswassergebühren

Auf Empfehlung der Kommunalaufsicht haben die Städte, Ämter und Zweckverbände im Kreis Plön getrennte Gebührenkreise für Schmutzwasser und Niederschlagswasser eingeführt. Maßgeblich für die jährliche Niederschlagswassergebühr ist die überbaute und befestigte Grundstücksfläche, von der Regenwasser in den öffentlichen Kanal gelangt:

Stadt / Region im Kreis PlönZuständiger AbwasserträgerBemessungsmodell der SatzungRegelungen für Sickerpflaster & Eigenversickerung
Kreisstadt PlönStadtwerke Plön AöRQuadratmetergenaue Niederschlagswassergebühr je m² versiegelter und an den Kanal angeschlossener Fläche.Bei vollständiger Abkopplung vom Kanal und nachgewiesener Versickerung auf dem Grundstück entfällt die Gebühr für diese Fläche.
Stadt Preetz & UmlandAbwasserzweckverband Preetz (AZV Preetz – Stadt und Land)Flächenbezogene Abrechnung je m² überbauter bzw. befestigter Grundstücksfläche mit Kanalanschluss.Teilversiegelte Flächen (zertifiziertes Sickerpflaster, Rasengittersteine, Gründächer ab 10 cm) werden nur zu 50 % angerechnet; ohne Kanalanschluss gebührenfrei.
Stadt Schwentinental (Raisdorf & Klausdorf)Stadtwerke SchwentinentalGetrennte Niederschlagswassergebühr nach befestigter und in die öffentliche Anlage einleitender Fläche.Satzungsgemäße Minderungsmöglichkeiten bei Rückhaltung/Zisternen bzw. Befreiung bei vollständiger Eigenversickerung.
Ostseeheilbad Heikendorf & Amt SchrevenbornGemeindewerke Heikendorf AöR / kommunale EigenbetriebeGetrennte Gebührenkalkulation nach angeschlossener versiegelter Grundstücksfläche.An Steilhängen und auf bindigem Lehm darf Nachbargrundstücken kein Oberflächenwasser zugeleitet werden.
Schönberg (Amt Probstei) & Stadt LütjenburgAmt Probstei / Stadtwerke LütjenburgGetrennte Schmutz- und Niederschlagswassergebühren nach kommunaler Satzung.Für gezielte Einleitungen in Gewässer oder größere Versickerungsanlagen ist die Untere Wasserbehörde des Kreises Plön zuständig.

3. Ökopflaster im Vergleich: Splittfugenpflaster vs. Porenpflaster

Um die versiegelte Fläche zu reduzieren und bei Trägern wie dem AZV Preetz oder den Stadtwerken Plön und Schwentinental Gebührenvorteile zu nutzen, stehen zwei Bauarten von Sickerpflaster zur Wahl.

DAUERHAFT FUNKTIONSSICHER

Drainpflaster mit Splittfuge

  • Dichte, frostbeständige Beton- oder Natursteinpflastersteine mit angeformten Abstandsnocken für 5 bis 8 mm breite Fugen
  • Das Niederschlagswasser sickert vollständig über die mit gewaschenem Edelsplitt verfüllten Fugen in die Tragschicht
  • Hohe Tragfähigkeit für Pkw-Stellplätze, Garagenzufahrten und Mülltonnenstandplätze
  • Lässt die Sickerleistung nach Jahren durch Laubeintrag nach, kann der obere Fugensplitt einfach ausgefegt und erneuert werden
PFLEGEINTENSIVER

Haufwerksporiges Porenpflaster

  • Offenporiges Betongefüge, durch das Regenwasser flächig wie durch einen festen Schwamm sickert
  • Sehr schmale Fugen und ebenmäßige Optik für Gartenwege und Terrassen
  • In den baum- und heckenreichen Gärten der Holsteinischen Schweiz setzen Pollen, Laubhumus und Moos die Poren schnell zu
  • Tief im Stein verstopfte Poren lassen sich im Bestand kaum wieder freispülen

4. Tiefbau auf Ostholsteiner Geschiebemergel: Schutz vor dem Badewannen-Effekt

Auf dem bindigen Geschiebemergel in Preetz, Schwentinental, Plön, Heikendorf oder Schönberg entscheidet nicht der Pflasterstein, sondern der Tiefbau über die Funktion der Entwässerung.

In der handwerklichen Praxis zeigt sich immer wieder, dass der ausstehende Lehmboden das durch das Pflaster sickernde Starkregenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann. Deshalb muss der Schotterunterbau unter der Einfahrt als unterirdischer Zwischenspeicher (Retentionsraum) konstruiert werden.

Aus typischen Bauschadensmustern geht hervor, dass ein langlebiger Aufbau auf Lehmboden vier Elemente benötigt: Erstens wird die ausgekofferte Erdsohle (das Planum) mit mindestens 2,5 Prozent Gefälle vom Haus weg abgezogen. Zweitens verhindert ein stabiles Geotextil-Trennvlies auf dem Lehm, dass sich feiner Schluff von unten in den Schotter drückt. Drittens wird eine wasserdurchlässige, kapillarbrechende Schottertragschicht (ohne abschlämmbare Feinanteile) eingebaut. Viertens leitet eine am tiefsten Punkt des Planums eingebaute Dränage oder Kiesrigole das gepufferte Wasser langsam in den Gartenuntergrund ab.

5. Hangwasser an den Seen & Klinkersockel: Rinnen und Abdichtung

In den kuppigen Moränenlagen rund um Plön, Preetz, Lütjenburg und am Kieler Ostufer liegen viele Wohnhäuser leicht unterhalb des Straßenniveaus oder am Hang.

⚠️ Kastenrinnen vor Garagen & Schutz der horizontalen Mauersperrbahn

Fällt eine Grundstückseinfahrt von der Straße zur Garage oder zum Hauseingang hin ab, muss vor dem Tor bzw. der Türschwelle zwingend eine leistungsfähige Kasten- oder Schlitzrinne eingebaut und an eine ausreichend dimensionierte Sicker-Rigole angeschlossen werden. Zudem darf das neue Pflaster niemals über die horizontale Mauersperrbahn des zweischaligen Klinkermauerwerks hinaus angehoben werden: Entlang des Haussockels schützen eine fachgerechte Sockelabdichtung, eine Noppenbahn und ein 20 bis 30 cm breiter Kies-Spritzschutzstreifen das Mauerwerk vor aufsteigender Feuchte. Verlegen Sie bei geöffneter Einfahrt außerdem direkt Leerrohre für das Wallbox-Erdkabel und die Wärmepumpe unter der Frostschutzschicht.

6. Weitere Sanierungsratgeber für den Landkreis Plön

Vertiefende Informationen zu den angrenzenden Gewerken und den lokalen Infrastrukturvorgaben im Kreis Plön finden Sie in den zugehörigen Ratgebern:

🗺️ Sanierungsfahrplan Schleswig-Holstein

Der zentrale Hauptleitfaden für Schleswig-Holstein: Alle 6 Sanierungsphasen, Förderlogik, Küstenschutz und die sinnvolle Reihenfolge der Gewerke.

Zum Landes-Hauptleitfaden →

🔥 Wärmeplanung & Wärmepumpe

Kommunale Wärmepläne in Schwentinental, Preetz-Land, Plön und Schrevenborn sowie Fundamentbau für Außengeräte.

⏳ Ratgeber folgt in Kürze

💧 Wasserhärte & Kalkschutz

Trinkwasserwerte von 12 bis 18,6 °dH im Kreis Plön (Plön, Preetz, Schwentinental, Heikendorf, Schönberg, Lütjenburg).

⏳ Ratgeber folgt in Kürze

🌿 Außenanlagen & Pflasterbau

Überregionaler Hauptleitfaden zu Einfahrtsplanung, Tragschichtstärken, Entwässerung und Grundstücksgestaltung.

Zum Außenanlagen-Leitfaden →

📋 Checkliste: Einfahrt pflastern & Versickerung im Kreis Plön
  • Bodenverhältnisse beim Aushub prüfen (wasserstauender Geschiebemergel vs. Hangwasserlagen an den Seen und der Förde)
  • Abwassersatzung des örtlichen Trägers (Stadtwerke Plön, AZV Preetz, Stadtwerke Schwentinental, Amt Probstei, Gemeindewerke Heikendorf) auf Gebührenminderung prüfen
  • Vor dem Einbau der Schottertragschicht Leerrohre für Wallbox-Erdkabel, Wärmepumpe und Gartenstrom verlegen
  • Erdplanum mit 2,5 % Gefälle vom Haus weg anlegen, Geotextil-Trennvlies auslegen und wasserdurchlässige Tragschicht einbauen
  • Auf dichtem Lehmboden eine seitliche Kiesrigole oder Sickerboxen als Rückhaltepuffer einplanen
  • Klinkersockel durch Abdichtung und Kies-Spritzschutzstreifen schützen und vor abfallenden Garageneinfahrten Kastenrinnen setzen

7. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Versickerung & Pflasterbau im Kreis Plön

Wie wird zertifiziertes Sickerpflaster beim AZV Preetz und den Stadtwerken Plön bei der Gebühr berücksichtigt?

Beim Abwasserzweckverband Preetz (AZV Preetz) werden teilversiegelte Flächen wie zertifiziertes Sickerpflaster, Rasengittersteine oder Gründächer (ab 10 cm Schichtstärke) nur zur Hälfte (50 Prozent) in die Berechnungsfläche einbezogen, sofern ein Überlauf an den Kanal besteht. Wird eine Pflasterfläche in Plön, Preetz oder Schwentinental vollständig vom öffentlichen Regenwasserkanal abgekoppelt und das Wasser komplett auf dem eigenen Grundstück versickert, entfällt die Niederschlagswassergebühr für diese Fläche ganz.

Warum friert Ökopflaster auf dem Lehmboden im Kreis Plön ohne speziellen Unterbau im Winter hoch?

Der im Kreis Plön verbreitete eiszeitliche Geschiebemergel lässt Wasser nur sehr langsam versickern. Wird unter dem Pflaster kein wasserdurchlässiger Schotterkoffer mit Geotextil-Trennvlies und seitlicher Rigolen-Entlastung eingebaut, bleibt das eingesickerte Regenwasser unter den Steinen stehen und dehnt sich bei Frost aus.

Brauche ich im Kreis Plön eine Genehmigung, wenn ich Regenwasser in einen See oder Bach einleiten möchte?

Ja. Während die schadlose flächenhafte Versickerung von unbelastetem Dach- und Hofwasser über die belebte Bodenzone auf dem eigenen Grundstück außerhalb von Wasserschutzgebieten meist erlaubnisfrei ist, bedarf jede gezielte Einleitung in ein oberirdisches Gewässer (See, Teich, Bach oder Vorfluter) zwingend einer wasserrechtlichen Erlaubnis durch die Untere Wasserbehörde des Kreises Plön.

Fazit: Ein durchdachter Schotter- und Rigolenaufbau schützt vor Frost und spart Gebühren

Auf dem bindigen Geschiebemergel und an den Moränenhängen des Landkreises Plön entscheidet der fachgerechte Tiefbau unter dem Pflaster darüber, ob eine Einfahrt jahrzehntelang eben bleibt und Starkregen sicher vom Haus fernhält. Wer sickerfähiges Splittfugenpflaster mit einem Geotextil-Trennvlies, einer kapillarbrechenden Tragschicht und einer Rigole kombiniert, schützt den Klinkersockel und senkt dauerhaft die Niederschlagswassergebühren.

Im Sanierungsfahrplan Schleswig-Holstein erfahren Sie, wie Außenanlagen, Sockelschutz und Haustechnik sinnvoll ineinandergreifen.